gegen St.Pauli

das netz
schön verschnürt
die hände
setzen sich in den ball

die tore sollten ins netz fallen
ins rauschende netz der hamburger
die
fröhlichlichkeit wird ihnen schon nicht verloren gehen

das netz gespannt
die mützen verkleinert
die elbe trägt die
wüstenschiffe durch die parks

dort sitzen sie
die matrosen
ein aufstand wäre nicht schlecht
sagt einer

ja
sagt einer
der aufstand der spielfreudigen frankfurter

und beide lachen
schauen in die luft
dort oben winkt ein sturm
der sie gelassen ansieht


gegen den hsv....dat dfb pokalgedicht

ein junger mann mit abgewetzten schuhen
zum profil gäbe es noch einiges
er ist 56
er liest tolstoi
heimlich
unter den brücken sehnt er sich nach anna karenina
ach
lausige zeiten
er stopft sich eine gurke in den mund
sieht am himmel
ein tor
ein tor dass ihm die augen öffnet

nun wird es zeit sagt er sich
die minuten zerrinnen
zerrinnen wie staubfalten
was sind denn staubfalten

es beginnt

die schritte fangen alles auf
das wesentliche kann man erkennen
und wenn man es erkennt
fällt es
es fällt ins netz
es muss jetzt nur noch zählen

ach
tolstoi
er denkt an das licht in der nacht
er fängt sich ein tor ein
er wünscht sich eines
eines dass man weder halten noch fangen tor
ein tor für die nacht
ein tor für anna karenina

ein tor für tolstoi
öffnet die tore
vergesst eure angst
das letzte jahr gab es nicht
stärkt eure augen
fangt an die stunden zu zählen
geht aufm platz und
gewinnt

gegen schalke

der ball liegt zwischen den fäusten
die nacht
wenn wir ihren namen flüstern
macht sie uns sprachlos

sprachlos wie ein erkennen
das erkennen kann durch und durch gehen
es verschwindet
nachdem es dich erkannt hat

wer ist der verwalter der bälle
wer trägt die abseitstore raus
die sätze die man erkennt
fallen ins sprachlose

was wäre wenn man gewinnt....

wenn man gewinnt fallen einem
alle nächte auf einmal ein
die leise begegnung
der schwindel der sich in jeder begegnung auskennt

das flüstern der namen
die art wie man ein tor ansehen kann

was wäre wenn man gewinnt

die strassen leise hin und herrutscht
ein nasenkorso für dreipunkte


Spread Your Wings

der tag des adlers





hinter den tränen zahnloser waldtiere
die sich alle mit namen kennen und doch nicht miteinander sprechen
(die imigration der tiere
sie hat versagt
also ist der wald tot und damit auch die tiere)
fast an jeder bushaltestelle dieses flattern
die ereignisse erinnern sich
sie fallen in den schlaf (dort gehören sie auch hin)
wie oft schon fielen in den letzten spielminuten tore
und dann
verschwanden die ereignisse und füllten die träume
wachten auf und gingen punkte holen
punkte braucht man
sie machen den winter kürzer
heute gilt es
die namen der imigranten werden gerufen
wir hängen an sie
wir suchen ihre namen
wenn wir sie erkennen
rufen wir den wald
die tiere erwachen
sie schauen uns an wie junge studenten alte lagerarbeiter betrachten
der himmel gewöhnt sich an diese blicke und schaut einfach zurück

leonard cohen closing time

gegen Stuttgart21

wer in den wolken etwas erkennen will
ein millardensäckel ohne schlechtes gewissen
was sind das für gewohnheiten!
neidisch blickt das volk und betet das mammon an
so hätten sie es gerne

die torlatten hängen etwas schief
das tornetz verfängt sich in den augen des sichtbaren widerstands
alles was man gerne mag tragen diese nicht gerade hellen gestalten davon

der einzige der dabei stabil ist
ist der torwart
aber der in fulda geborene das manchmal in den träumen in mazedonien die nächte vergräbt
bahnhöfe unter wasser
sagen sie in diesen träumen
in mazedonien
das wäre doch ein kluger einfall
da wäre der reinfall der menschheit komplett
die glaubt
wenn sie etwas höher legt sei das schon modern
während irgendwo
ein elfmeter versenkt wird
und man sich für den reichtum
nichts kaufen kann
höchstens eine mütze von eintracht frankfurt und
nachhause geht
mit dem gefühl
das widerstand viel wichtiger ist als drei punkte